Notfall-Psychologe: Behutsam auf die Schutzsuchenden eingehen

Malteser engagieren sich für geflüchtete Kinder aus der Ukraine. Foto: Malteser
Malteser engagieren sich für geflüchtete Kinder aus der Ukraine. Foto: Malteser

In Deutschland angekommen, haben sie Tage, vielleicht Wochen der Flucht unter widrigen Umständen hinter sich. Der Notfallpsychologe Dr. Robert Steinhauser ist als ehrenamtlicher Malteser in seinem Landkreis Eichstätt engagiert und beschreibt einige wichtige Situationen. „Die Grundbedürfnisse der meisten Schutzsuchenden sind: Ein Bett, etwas Warmes zu essen, eine Dusche und saubere Kleidung“, sagt er. Sie bilden die wichtige erste Hilfe.
Für die Kinder sei vor allem ihre Bezugsperson wichtig. Meist sind die Mütter oder Verwandte bei den Kindern. „Sind die Erwachsenen traurig, aber versuchen dies nicht vor den Kindern zu verheimlichen und erklären ihre Gefühle, hilft das den Kindern ungemein beim Umgang mit ihrer eigenen Belastung“, sagt der Experte. Sind Kinder unbegleitet, muss umgehend das örtliche Jugendamt informiert werden. Dann wird eine Bezugsperson als „Ersatz“ gesucht.
In der jetzigen Akutphase sind Mitgefühl und ein „Annehmen“ des Menschen – ob groß oder klein - wichtig. Intuitives und spontanes Eingehen auf die erkennbaren Reaktionen von Trauer oder Wut sind meist ebenso hilfreich wie notwendig. In den Arm nehmen, Da-sein, mit den Kindern spielen sind gefragt. Tiefergehende psychologische Hilfe ist zumeist (noch) nicht nötig. Das Ankommen dauert einige Zeit. Körperliche Erschöpfung und seelische Belastung lassen meist langsam nach. 

Achten müssen die Helfenden auf die medizinische Grundversorgung für die Schutzsuchenden. Ein Corona-Test sowie die Behandlung akuter Beschwerden, Verletzungen oder dauerhafter Krankheiten sollten durch medizinisches Personal erfolgen.  Wer Schutzsuchende bei sich privat aufgenommen hat, dem rät der Notfallpsychologe: „Wenn Sie Rat zu medizinischen und seelischen Problemen ihrer Gäste benötigen, sprechen Sie Ihren Hausarzt an. Sie oder er kann gegebenenfalls zu geeigneten Fachleuten vermitteln.“

Wichtig ist auch, dass die Familien Kontakt zu anderen Ukrainerinnen und Ukrainern haben. Der Austausch untereinander helfe, der anhaltend schlimmen Lage durch den Krieg das Gefühl von Gemeinsamkeit und Solidarität entgegenzusetzen.

Die Malteser sind Mitglied der „Aktion Deutschland Hilft“ und rufen dringend zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf:
Malteser Hilfsdienst e. V.
IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12
S.W.I.F.T.: GENODED 1PA7
Stichwort: "Ukraine-Hilfe“
Oder online direkt hier.

Aktion Deutschland Hilft e. V.:
Konto IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
Stichwort: „Nothilfe Ukraine“
www.aktion-deutschland-hilft.de 


Zurück zu allen Meldungen